Italienreise

Unser Geschäftsführer und eine unserer Mitarbeiterinnen waren im November auf Besuch bei unseren Erzeugern in Süditalien und haben einiges Interessantes von ihrer Reise zu berichten.

Tag 1

Am ersten Tag der mehrtägigen Reise zu vier wichtigen Lieferanten/Erzeugern im Süden Italiens sind wir in Sizilien bei der Kooperative Arcobaleno (Regenbogen) eingeladen. Der Zusammenschluss von 25 Zitrusplantagenbesitzern in einem kleinen Tal mit guter Wasserversorgung ermöglicht eine Bioproduktion ohne konventionelle Nachbarn. Kurz um: hier ist alles Bio - auf über 20 Hektar. Hier wachsen v.a. Orangen und auch Clementinen. Die Ware wird geerntet und sofort sortiert und verpackt. Von November bis ca. Februar verlässt fast täglich ein LKW die Packhalle der Kooperative Arcobaleno und bringt die in Mehrwegkisten verpackten Zitrusfrüchte aufs Festland, nach Verona und dann weiter zu unserem Biogroßhändler Weiling. Nach ca. fünf Tagen können wir die schmackhaften Biofrüchte in die Kisten für unsere Kunden packen und im Biomarkt anbieten.

Tag 2

Heute sind wir einige Kilometer weiter östlich, an der Südküste Siziliens, im Demeter- Weingut von Don Luigi mit dem vielversprechenden Namen "Golden Grapes". Auf 40 Hektar (ein Hektar entspricht zwei Fußballfeldern) wachsen hier in luftiger Lage mit Blick aufs Mittelmeer in erster Linie Tafeltrauben. Durch die exponierte Lage kann selbst das im Bioanbau zugelassene Kupfer als Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten auf ein Minimum reduziert werden. Gegen Hagel helfen Netze und Folien. Don Luigi hatte die originelle Idee, die Trauben einzeln in Papiertüten zu packen, um sie vor Krankheiten, Insekten und Sonnenbrand zu schützen. Das sieht auf den ersten Blick nicht schön aus, sorgt aber für makellose Früchte. Die Tüten werden nach der Ernte einfach in den Boden eingearbeitet - und dienen dann nebenbei als Dünger. Don Luigi arbeitet seit vielen Jahren biologisch-dynamisch, was zu Beginn belächelt wurde; inzwischen bekommt er viel Beachtung und arbeitet mit verschiedenen Universitäten zusammen. Die schmackhafteste Sorte ist noch immer die "Italia", die aufgrund ihrer Kerne oft verschmäht wird. Die beste kernlose Sorte ist "Centennial". Schade, dass die Traubensaison schon wieder zu Ende geht!

Tag 3

Inzwischen haben wir Sizilien verlassen. Unser heutiges Ziel: der Clementinenproduzent Biosybaris in Calabrien. Hier sind die Dimensionen schon anders: auf 600 ha werden Clementinen, aber auch Orangen, Aprikosen, Nektarinen und Pfirsiche angebaut. Familie Minisci führt die Kooperative und hat selbst über 100 ha zu bewirtschaften. Sie haben sich aus Überzeugung für eine Demeterproduktion entschieden. Damit sind sie Vorreiter für die gesamte Region. Weitere 200 ha werden nach ebenfalls strengen Richtlinien von Naturland kultiviert. Die restlichen Flächen sind EU-Bio und garantieren chemiefreie Schädlingsbekämpfung, organische Düngung, aber lassen etwas höhere Mengen an Kupferspritzmitteln zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten zu. Ganz ohne diese für den Menschen unbedenklichen Mittel geht es leider meist nicht. Aber kein Vergleich zu dem was im konventionellen Anbau Gang und Gebe ist! Jetzt kommt die beste Clementinensorte zur Ernte! "Comune" ist leicht zu schälen, schmeckt süß und saftig und ist bei uns bis Mitte Januar in bester Qualität zu bekommen, immer in Naturlandqualität und meist sogar mit Demeterzertifizierung. Probieren Sie's!

Tag 4

Auch auf der letzten Station unserer wunderbaren Reise wurden wir mit einer unglaublichen herzlichen und großzügigen Gastfreundschaft begrüßt. Dafür mussten wir wieder einige Stunden im Bus ausharren - entschädigt durch herrliche Blicke auf die Landschaften der Provinzen Apuliens und Basilikatas, sowie aufs Meer.

Die Brüder Guiseppe und Francesco di Lauro bewirtschaften seit fast zwei Jahrzehnten ihre gesamte Azienda biologisch, seit vier Jahren nach den Richtlinien von Naturland. Hier wachsen auf 80 ha vor allem Broccoli, Stangensellerie, Mangold - in erster Linie für unseren Bio-Großhändler Weiling. Im Sommer wird Gründüngung ausgesät, also Gräser und Leguminosen, die den Boden stabilisieren und Humus erhalten und aufbauen. Die Region ist sehr windig, kein Wunder, dass zwei der bald hundert Windräder Strom für die Azienda  produzieren. Die Kühlhäuser und die Verarbeitungshalle sind mit einer Solaranlage gedeckt, wodurch die Stromversorgung fast autark ist.

Der Tag und die Reise klang im nahegelegenen Ascoli Satriano in einem mittelalterlichen Gewölbe mit einem vierstündigen Achtgängemenü aus.

Wie schön wäre es, wenn solche verbindenden Erlebnisse allen Mitarbeitern, noch besser, all unseren Kunden zuteilwerden könnten. Dann würden sich die Frage der Lebensmittelpreise und die Frage bio oder konventionell wohl gar nicht mehr stellen. Aber vielleicht können ja solche Reiseberichte einen kleinen positiven Beitrag für den ökologischen Landbau leisten. Dann hätten alle was davon.

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